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Archive für 23.4.2007
Kinder, Kinder
23.4.2007 von Weihbischof Ackermann.
Rund 3000 Kinder aus Kindertageseinrichtungen im Bistum “fielen” heute in Trier ein: ein faszinierendes Gewusel im Dombereich und darüber hinaus. Dinos, Mäuse und Gespenster als Gruppen-Logo, Kappen in rot, orange, gelb, blau … als Erkennungszeichen oder den Heiligen Rock zum “Mini-Rock” verkleinert und in Plastik eingeschweißt um den Hals, dazu Namen und Anschrift, damit ja keiner verloren geht.
Zum Abschluss treffen wir uns im Dom: Belagerungszustand, auf der Altarinsel ist kein freies Fleckchen mehr zu sehen, ein Gewimmel an Stimmen und Farben. Und singen können die! Da könnte sich manche Gemeinde etwas abschneiden.
Am schönsten aber ist das Bild im altehrwürdigen Domkreuzgang: Bei dem schönen Wetter sind der Kreuzgang und vor allem die Rasenfläche in seiner Mitte kurzerhand zum Picknickort umfunktioniert. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den gepflegten Gräbern der Domherren lagern die Kindergruppen auf dem Boden, verzehren ihren Proviant, tauschen ihre Erlebnisse und Schätze aus … Der ansonsten beschauliche Friedhof, heute wirkt er eher wie ein sonnendurchfluteter Schulhof.
Ich höre den erst vor wenigen Monaten verstorbenen Dompfarrer Föhr lachen. Sein Grab ist noch nicht befestigt. Wie oft hat er Kindern den Dom erschlossen. Er hätte heute, nein, er hat heute seine helle Freude. Und ich muss wieder an das Wort von Rilke denken: “Lebendige machen alle den Fehler, dass sie zu stark unterscheiden. Engel (sagt man) wüssten oft nicht, ob sie unter Lebenden gehn oder Toten.” Die kleinen Engel dieses Tages bewegten sich jedenfalls ganz ungeniert zwischen den Welten.
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Wurzeln und Früchte
23.4.2007 von Weihbischof Ackermann.
Dieser Sonntag steht für mich nahezu ganz im Zeichen eines Jubiläums: 50 Jahre Malteser-Hilfsdienst im Bistum Trier. Zuerst das festliche Pontifikalamt im Dom mit Bischof Reinhard. Dann heißt es, den Diözesanbischof zu vertreten beim Festzug mit den knallroten Fahnen und Musik durch die Stadt sowie beim Festakt in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin. Ich erfahre, dass der MHD 1957 in Trier ganz bescheiden mit einigen Erste-Hilfe-Kursen angefangen hat. Heute zählt er im Bistum mehr als 6.000 ehrenamtliche Aktive, die bei Großveranstaltungen im Einsatz sind, aber auch Krankentransporte, Fahrdienste, Betreuungsangebote, Hilfstransporte und und und machen.
Der Präsident des MHD in Deutschland erinnert daran, dass der größte Einsatz der aus dem Malteserorden entstandenen Organisation seit der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 der Weltjugendtag 2005 in Köln gewesen sei. Beide Male, allerdings auf unterschiedliche Weise, habe man die Schlacht gewonnen …
Zur Domvesper am Abend sind dann die Mönche der Abtei St. Matthias zu Gast. Nach guter Tradition besuchen sich die Domgeistlichen und die Benediktiner wechselseitig jedes Jahr. Beide Gemeinschaften haben den Auftrag, auf je ihre Weise die christlichen Wurzeln Triers zu hüten: das Apostelgrab, die Gräber der ersten Trierer Bischöfe und die Anfänge des Domes unter Kaiser Konstantin. Dieser Auftrag verbindet irgendwie.
Er lässt mich aber auch denken an das, was Bischof Silvano aus Ascoli, der italienischen Partnerstadt Triers, am Eröffnungsabend in seinem Grußwort sagte, indem er an das gemeinsame christliche Erbe Europas erinnerte: “Wie oft sprechen wir in Europa von den christlichen Wurzeln! Ich würde viel lieber über Bäume und Früchte reden.” Wie Recht der Bischof hat. Floskelhaft, quasi-rituell klingt inzwischen oft das Wort von den christlichen Wurzeln Europas. Doch welche Früchte bringen sie heutzutage hervor?
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