Wurzeln und Früchte

Dieser Sonntag steht für mich nahezu ganz im Zeichen eines Jubiläums: 50 Jahre Malteser-Hilfsdienst im Bistum Trier. Zuerst das festliche Pontifikalamt im Dom mit Bischof Reinhard. Dann heißt es, den Diözesanbischof zu vertreten beim Festzug mit den knallroten Fahnen und Musik durch die Stadt sowie beim Festakt in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin. Ich erfahre, dass der MHD 1957 in Trier ganz bescheiden mit einigen Erste-Hilfe-Kursen angefangen hat. Heute zählt er im Bistum mehr als 6.000 ehrenamtliche Aktive, die bei Großveranstaltungen im Einsatz sind, aber auch Krankentransporte, Fahrdienste, Betreuungsangebote, Hilfstransporte und und und machen.

Der Präsident des MHD in Deutschland erinnert daran, dass der größte Einsatz der aus dem Malteserorden entstandenen Organisation seit der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 der Weltjugendtag 2005 in Köln gewesen sei. Beide Male, allerdings auf unterschiedliche Weise, habe man die Schlacht gewonnen …

Zur Domvesper am Abend sind dann die Mönche der Abtei St. Matthias zu Gast. Nach guter Tradition besuchen sich die Domgeistlichen und die Benediktiner wechselseitig jedes Jahr. Beide Gemeinschaften haben den Auftrag, auf je ihre Weise die christlichen Wurzeln Triers zu hüten: das Apostelgrab, die Gräber der ersten Trierer Bischöfe und die Anfänge des Domes unter Kaiser Konstantin. Dieser Auftrag verbindet irgendwie.

Er lässt mich aber auch denken an das, was Bischof Silvano aus Ascoli, der italienischen Partnerstadt Triers, am Eröffnungsabend in seinem Grußwort sagte, indem er an das gemeinsame christliche Erbe Europas erinnerte: „Wie oft sprechen wir in Europa von den christlichen Wurzeln! Ich würde viel lieber über Bäume und Früchte reden.“ Wie Recht der Bischof hat. Floskelhaft, quasi-rituell klingt inzwischen oft das Wort von den christlichen Wurzeln Europas. Doch welche Früchte bringen sie heutzutage hervor?

One Response to “Wurzeln und Früchte”

  1. Thomas sagt:

    Hm, das mit den Bäumen und Früchten statt Wurzeln ist mir im ersten Moment ein wenig fern – könnte mir aber vorstellen, dass man daraus mal eine interessante Predigt machen könnte:

    Die Wurzel der Schöpfung ist Jesus Christus. Was daraus wächst, sind die Bäume, die zum Licht des Himmels streben: wir alle also. Sind die Evangelischen und die Orthodoxen verschiedene Bäume oder verschiedene Früchte? Und was ist mit den Muslimen und den Zeugen Jehovas zum Beispiel? Wachsen die auch oder eben nicht aus Jesus Christus? Das alles wäre einer anregenden Gedankenreise wert.

    Gute Idee mit dem weblog hier, Herr Bischof! Ich als Trierer Veteran und jetziger Wetteran werde es gerne mitlesen und wünsche Ihnen und der ganzen Stadt schöne Wallfahrtstage.

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